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Palau 2010

 

1 Eine Reise bis fast ans Ende der Welt

Anreise: 30 Stunden.

Dem Angebot von Michael Wernerus zu einer Tauch-(Club)fahrt bis nach Mikronesien (Aushang Clubheim) konnten wir einfach nicht widerstehen. Also ging es am 18. Juni 2010 mit der Bahn los nach Frankfurt Airport. . Der ICE hatte natürlich Verspätung, dadurch wurde die Wartezeit bis zum Abflug um eine satte Stunde verkürzt. Es folgte ein 13stündiger Flug nach Taiwan; vom Flughafen Taipeh aus danach ein 3,5-stündiger Flug nach Palau.

Die Einreise-Kontrolleurin malte Buchstabe für Buchstabe unsere Angaben auf dem Einreiseantrag nach und tippte alles mit 1-Fingersystem in den Computer. Nach "nur" 40 min war auch diese Hürde genommen.

Inzwischen war es schon dunkel geworden und draußen wartete auch das Transfer-Taxi zum Hotel. Nach 30 Stunden waren wir im Westplaza-Hotel angekommen.

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Palau ist ein Atoll aus ca. 300 Inseln im Pazifischen Ozean

Das Hotel war gleich neben dem Liegeplatz des "Tropic Dancer", unserem Tauchschiff für die kommende Woche.

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 Zwischenstopp in Taipeh  Unser Tauchkatamaran "Topic Dancer"

Am nächsten morgen besichtigten wir schon mal das Tauchschiff von außen, die Besatzung winkte uns fröhlich zu. Da einchecken für nachmittags vorgesehen war, nahmen wir uns Zeit für einen "Stadtbummel" und Einkäufe in Koror, der Hauptstadt von Palau. Wieder zurück zu Hotel, versorgte Wolfgang gerade das Hotelpersonal mit einer am Straßenrand gefundenen Kokosnuss, da kam auch schon das Taxi zum Schiff.

Erforschung des Pazifiks mit James Cook

Unsere Taschen wurden direkt in die Kabine getragen, das Tauchgepäck zum Tauchdeck. Der Kapitän und die Crew hießen uns mit einem Drink willkommen und stellten sich vor. Da der Captain sich mit James vorstellte, fragte ich, ob sein Familienname vielleicht Cook sei. Darauf antwortet er lachend: "Ja, ich heiße Captain James Cooke, ich schwöre es!!!"
Nach dem Auslaufen, dem Verstauen aller Sachen und einem leckeren Abendessen gab es das Captains-Briefing, ein allgemeines Tauchbriefing und ein Chefkoch-Briefing.
Der Captain erklärte mit einer Powerpoint-Präsentation das Schiff, die allgemeinen Verhaltensregeln und die Technik. Erster Offizier Marnie erläuterte die Tauchabläufe und die Tauchgebiete. Der Smutje Marc teilte die Essenszeiten mit (5mal täglich, also zu jedem Tauchgang), den Speiseplan und fragte Lebensmittelallergien o.ä. ab. Da es inzwischen spät geworden war, zogen wir uns danach in die Kabinen zurück.
Das Wrack IRODer Topic Dancer verfügt über 8 Kabinen (mit 3 Betten). Boden und Wände der Schlafräume sind mit Teppich ausgelegt. Jede Kabine hat ein eigenes Bad und Klimaanlage. Da wir nur 7 Gäste an Bord waren, konnte Wolfgang eine Kabine ganz allein belegen. Zum Service gehören auch Kabinenhandtücher, Bademäntel und Kaffee zum Wecken ans Bett.

 

Japanische Kriegs-Wracks

Am nächsten Morgen ging es nach dem ersten ‚leichten' Frühstück zum Tauchen. Ziel war das Helmet-Wrack, ein japanischer Transporter, ca. 60 m lang in 33 m Tiefe. Ein sehr schön bewachsenes Wrack aus dem 2. Weltkrieg mit noch vorhandenen Ausrüstungsgegenständen wie Helme und andere Ladung.

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Der 2.Tauchgang fand nach dem "Hot Breakfast" statt. Hier ging es zum Wrack IRO, ein jap. 14.000t Flottentanker, 140 m lang in 36m Tiefe. Auch dieses Wrack ist ein schön bewachsenes künstliches Riff mit Kanonen auf den Decks.
Nach dem Tauchen war Zeit für ein gutes Mittagessen und eine kurze Pause zum dösen in den Hängematten auf dem Sonnendeck. Der Nachmittag dann gehörte dem Ngedebus-Riff mit vielen Korallen, Rifffischen, Haien, Schildkröten und schönen Schnecken.

Nach den Tauchgängen servierte uns Zimmermädchen Lolita Kuchen, Kekse oder Obst direkt am Tauchboot. Im Anschluss an den Nachttauchgang wurden beim Aussteigen heiße Schokolade und Tauchhandtücher gereicht.

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Haie und Schildkröten auf Tuchfühlung Anemonen so groß wie Kürbisse

Nach jedem Tauchgang konnte auf dem Tauchdeck heiß geduscht und die Anzüge gewässert und aufgehängt werden, sowie auf den Kamera-Tischen die UW-Gehäuse geöffnet werden. Vorher wurden auf dem weichen Tisch-Kunststoffbelag mit Druckluftpistolen die Gehäuse getrocknet. Wer wollte, konnte dann am Apple-PC im Aufenthaltsraum die gemachten Bilder sichten, bearbeiten oder Sicherungskopien erstellen.

Da am nächsten Tag Strömungstauchgänge an verschiedenen Riffen vorgesehen waren, gab es vorher noch ein Briefing zum richtigen Umgang mit Riffhaken und Strömung.

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Futter für die Haie am Riffhaken

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Speedboot fahren zum nächsten Tauchgang

 Fünf Stunden unter Wasser ohne Deko

Der Tagesablauf war in den folgenden Tagen immer ähnlich:
Wecken um 5:30h mit einer Tasse Kaffee ans Bett, 6h leichtes Frühstück, 6:45h Umziehen, Briefing und Einsteigen in das Tauchboot. Tauchflaschen, Jackes, Blei, Flossen, Kameras waren bereits an Bord gebracht worden, oder verblieben direkt dort. Nur für Anzug, Maske und Computer war man selbst verantwortlich.

Nach dem Einsteigen wurde das Tauchboot mit einem Lift zu Wasser gelassen. Die 400 PS starken Motoren brachten uns in wenigen Minuten zum Tauchplatz. Flaschen samt Jackets waren in Stahlhalterungen sicher befestigt, so dass man während der Fahrt Jacket und Flossen anziehen konnte. Am Ziel stand man nur auf und ließ sich über Bord fallen. Kameras wurden von den Guides oder Bootsführern nachgereicht.

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Am Blue Hole

Wenn die Haie am Tauchboot warten, will nicht unbedingt jeder als erster ins Wasser

Majestätisch schweben die "Grauen" über unseren Köpfen


Die Tauchgänge führten entlang an 40m- bis 80m-Steilwänden, Blue-Holes und durch kleine und riesige UW-Höhlen. Anschließend folgten Aufenthalte in Strömungen bei Putzerstationen, wo Haie, Mantas, Baracudas, Schildkröten und andere Rifffische z.T. in Armlängenentfernung beobachtet werden konnten.
Bei 5 Tauchgängen am Tag war man etwa 6 Stunden im Wasser, da fast jeder Tauchgang über 1 Std. dauerte. Da waren die Essens- und Ausruhphasen zwischen den Tauchgängen dringend erforderlich.
Darum gab es mittags nur ein leichtes Lunch, nachmittags Kaffe und Kuchen und nach dem letzten Tagestauchgang ein großes Dinner. Das Desert konnte man auch nach dem Nachttauchgang einnehmen.
Weil für die Brevet-Inhaber "Nitrox for free" angeboten wurde, kam es trotz der vielen Tauchgänge fast nie zu Deko-Stops. Nur die Presslufttaucher mussten etliche Minuten an der Ankerleine verbringen.

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Die schönsten Tauchgebiete waren sicher Blue Hole, Siaes Tunnel und Ulong Channel mit anschließender rasanter Strömungsdrift bis zum Ende des Riffs.
Höhepunkte am Ende der Woche waren dann das Schnorcheln im Jellyfish-Lake, ein Salzwassersee mit Millionen von Quallen ohne Nesseln und der Höhlentauchgang in den Chandelier Caves.
 Schnorcheln mit Jelly Fishes
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Die Höhlen Chandelier Caves haben phantastische Stalaktiten und Stalagmiten Es gibt dort auch Blasen zum auftauchen Captain James Cooke gratulierte Udo Pinkert mit Urkunde und einem Kuchen zum 500. Tauchgang

Wenn man abends auf dem Sonnendeck hinter dem Saumriff zwischen den 300 Inseln des Atolls die Sonne untergehen sah, wurde einem sofort klar, dass die Erde wohl eine Scheibe ist und hinter dem Saumriff die Welt fast zu Ende sein muss.

Udo

 


2 Am Ende der Welt

Standortwechsel
Es war klar, dass die Woche auf dem Tauch-Katamaran viel zu schnell zu Ende gehen würde. Darum hatten wir vorsichtshalber noch eine Woche Erholung auf Peleliu dazu genommen. Vom Liegeplatz der Tropic Dancer aus dauerte die Überfahrt mit dem 450-PS-Speedboot trotzdem noch 1 Stunde.

Abgeschnitten von der Welt
Peleliu ist eine von 600 Menschen bewohnte kleine Insel am äußersten Süden des Palau-Atolls. Das Hotel Dolphin Bay Resort liegt etwa 3km vom Anleger entfernt am Strand und hat 7 Bungalows. Die ganze Anlage ist sehr gepflegt, aber da zur Zeit keine Saison war, waren wir bei der Ankunft die einzigen Gäste. Es war daher sehr, sehr ruhig. Kein Boots- oder Autogeräusch, kein Fernsehen, kein Handyempfang, kein Internet, keine Musik- oder Partygeräusche. Es wurde uns bewusst, dass genau hier die Welt zu Ende sein musste.

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Die beiden Überlebensexperten Udo und

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Wolfgang sorgen für frisches Wasser

Die Insel war im 2. Weltkrieg schwer umkämpft zwischen Japanern und Amerikanern. Um was die eigentlich gekämpft haben wurde uns nie richtig klar. Aber so einige Relikte aus der Zeit waren noch vorhanden: Bunker, verrostete Panzer, Mahnmale, Friedhöfe, und gesperrte (verminte) Gebiete. 

Auf einer 4-stündigen Fahrradtour durch 36°C schwüle Luft unter einer senkrechten, schattenlosen Äquatorsonne konnten wir diese Hinterlassenschaften ansehen. Da wir allerdings etwas wenig Wasser mitgenommen hatten, und es keine Geschäfte gab, öffneten Wolfgang und Udo Kokosnüsse, die überall herumlagen. Auf diese Weise (und Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 50+) konnten wir den Survival-Trip überleben. Das war auch besser so, weil ich nicht glaube, dass uns jemand in dem Dschungel wieder gefunden hätte.

 

Durch das Riff gesprengt
Man kann also auf der Insel richtig entspannen und sich ausruhen. Man kann aber auch tauchen gehen. Der Hotel-Inhaber ist Tauchlehrer und organisiert Tauchausfahrten. Peleliu hat wunderbare Tauchgebiete wie Peleliu West Wall und den German Channel. Letzter ist von den Deutschen vor ca. 100 Jahren als 1 km langer Kanal durch das Saumriff gebrochen oder gesprengt worden. Die deutschen Schiffe mussten dadurch keinen Umweg mehr fahren, aber heute würde man sagen, eine ökologische Katastrophe.
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Die Tischkorallen im German Channel haben z.T. Durchmesser von über 3 Meter

Die Farbenpracht unter Wasser ist einmalig

Gott sei Dank hat sich das Riff wieder erholt und ist nun eins der schönsten dieser Erde. Der Coral Garden am German Chanel hat sicher die größten Korallen, die man betauchen kann. Durch den intensiven Wasseraustausch mit mehr oder weniger starker Strömung findet man natürlich auch Haie, Napoleons und Mantas dort.

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In der stärksten Strömung gleiten

Mantas und Haie über einen hinweg Ein paar Napoleons sind fast handzahm

2010 Palau 26Leider ist das Tauchen auf Peleliu nicht ganz billig, 1 Tauchgang kostet 45 $. Bei mehreren Tauchgängen wird's etwas günstiger.
Aber die Bevölkerung auf Peleliu ist sehr nett und winkt einem immer freundlich zu. Nach einer Woche Stressfreiheit hieß es dann Koffer packen und zurück ins kalte Deutschland. Groß war daher unsere Verwunderung, als bei der Ankunft in Frankfurt über 30°C herrschten. Das war sehr gut, da musste sich der Körper nicht besonders umstellen.

Man könnte ein ganzes Buch über Palau schreiben, aber besser ist, man war dort!


Elvi

   
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