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Camaret 2001

Camaret 2001 1 Vom 09.06. bis 17.06.2001 fuhren sechs unerschrockene TaucherInnen (Reinhard, Karin, Brigitte, Rolf, Uwe und Peter) an die Bretonische Küste nach Camaret-sur-Mer. Das Ziel war die Tauchbasis Nautique Club Leo Lagrange, direkt am Hafen der ehemaligen Hochburg der bretonischen Langustenfischerei gelegen. Diese Basis ist vor allem dadurch bekannt, dass sie der VDST seit Jahren als ein Zentrum für seine Tauchlehrerausbildung nutzt.
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Nach der theoretischen Ausbildung wird hier die praktische Prüfung der TL´s absolviert. Meist steht aber noch eine intensive Prüfungsvorbereitungswoche davor. Für uns stand allerdings kein Prüfungsstress auf dem Programm, sondern Wracktauchen und entspannen.

Camaret liegt südlich der Einfahrt zum Hafen von Brest. Die Stadt Brest beherbergt nicht nur einen Handelshafen, sondern auch den ältesten Seekriegshafen Frankreichs am Atlantik. Daher sind hier in den letzten Jahrhunderten eine ganze schöne Zahl von Schiffen gesunken, die in betauchbaren Tiefen liegen. Dazu zählen unter anderem die Finistere, die Swansea Vale, die Marco Polos I-V, die Torpedoplattform Dellec und viele andere Schiffe. Die alle aufzuzählen, würde diesen Rahmen sprengen. Camaret 2001 2

Aber zuerst einmal zur Anfahrt nach Camaret-sur-Mer. Zunächst sind wir über Belgien in Richtung Kanalküste gefahren. Dann die Küste runter in Richtung Normandie. Dort wollten wir nach einer Nacht auf einem küstennahen Parkplatz uns am nächsten Tag die Stellen ansehen, an denen am 06 Juni 1944 die Alliierten ihre Landung unter dem Codenamen Overlord durchgeführt hatten.

Bei Arromanches-les-Bains besichtigten wir die Reste eines alten behelfsmäßigen Hafens, den die Alliierten dort nach der Landung errichtet hatten. Dieser künstliche Hafen war notwendig, da sich kein Tiefseehafen im Bereich der Landungszone befand. Daher erwartete von deutscher Seite auch keiner hier eine Landung. Ein Hafen war aber unbedingt notwendig, um den Nachschub für die gelandeten Truppen sicherzustellen. Es liegen heute immer noch angespülte Pontons am flachen, weiten Sandstrand und in einem Halbkreis vor der Bucht befinden sich noch einige Dutzend weitere Pontons und Schwimmbarken im Wasser. Hinter dem Sandstrand erhebt sich die Steilküste. Einige alte, kleine Wehrmachtsbunker stehen dort auch noch hoch oberhalb des Strandes. Hinter der Bunkeranlage schuf man ein Ehren- und Mahnmal im Gedenken an die britischen Pioniereinheiten, die diesen Hafen errichtet hatten.


Camaret 2001 3


Danach ging es weiter zum Omaha Beach. Das ist einer der Abschnitte, an dem die Amerikaner gelandet sind und die höchsten Verluste erlitten. Der Strandabschnitt hier ist wunderschön. Eine weite Bucht mit herrlichem Sandstrand, der zum Baden geradezu einlädt. Aber oberhalb der Böschung befindet sich einer der größten amerikanischen Soldatenfriedhöfe Colleville-sur-Mer. Hier stehen sauber in exakten Reihen ausgerichtet über 9.000 weiße Kreuze, die als großes Mahnmal errichtet worden sind. Hier spielt die beklemmende Anfangsszene aus dem Film: Der Soldat James Ryan mit Tom Hanks.

Nicht weit entfernt davon liegt der Pointe du Hoc, der angeblich blutigste Ort des gesamten D-Days. Auf über 30 m emporragenden Klippen lugt die Felsküste ein Stück ins Meer hinein und verlässt die gerade Küstenlinie. Auf diesem leicht vorgeschobenen Posten sind Bunker, bzw. eigentlich nur was davon übrig blieb, sowie gewaltige Krater zu sehen. Überhaupt ist das ganze Gelände mit diesen riesigen Kratern, die wohl von Schiffsgeschützen stammen müssen, geradezu übersät. Teile meterdicker Bunkerwände liegen zig Meter vom tiefen Explosionskrater im Gelände verstreut. Wenn man bedenkt, dass der Untergrund aus Fels ist, müssen das gewaltige Explosionen gewesen sein. Amerikanische Eliteeinheiten der Ranger konnten nur unter größten Verlusten dieses doch recht kleine Areal erobern, das noch zum Landungsbereich Omaha Beach zählt.. Auf der Bunkeranlage direkt an der Klippenkante befindet sich ein Gedenkplatz. Dieser war aber leider gesperrt, da der Fels abzubrechen droht.

Wenn man noch etwas Zeit hat, kann man weiter die Küste entlang fahren. Die Halbinsel Contentin mit der Hafenstadt Cherbourg bietet weitere interessante Schauplätze des D-Days. Zu erwähnen ist hier insbesondere die Stadt St. Mère-Eglise als Zentrum der alliierten Luftlandeunternehmen. Der Kirchturm der Stadt wurde dadurch weltberühmt, dass während der Landung einer der Fallschirmjäger mit seinem Fallschirm am Kirchturm hängen blieb und praktisch hilflos neben der Kirchturmuhr hing, während um ihn herum die deutsche Flak wie wild feuerte. Ziel der gesamten Luftlandung war es, den an der Küste gelandeten alliierten Truppen durch Fallschirmjäger im Hinterland einen möglichst schnellen Zugang nach Cherbourg mit seinem Tiefseehafen für den Nachschub zu sichern. Ein eigenes Museum ist diesen Luftlandeeinheiten gewidmet.

Wir hatten aber aufgrund des fortgeschrittenen Tages, nicht mehr die Zeit und fuhren weiter Richtung Bretagne. Vorbei am Mont-Saint-Michel, einer als Klosterburg ausgebauten Abtei auf einem Felsklotz vor der flachen Küste, ging es quer durch die Bretagne Richtung Brest. Etwas südlich davon gelegen, befindet sich der Hafen und die Stadt Camaret-sur-Mer.

Dort angekommen suchten wir erst einmal das Jugendgästehaus oberhalb des Ortes auf, das zum Club Leo Lagrange gehört. Anhand des dortigen Aushanges mussten wir feststellen, dass unsere Quartiere direkt in der Tauchbasis am Hafen lagen.

Dies führte zunächst, angesichts der Annahme, dass wir zum Frühstück dann früh morgens immer erst zur Herberge fahren müssten, bei einem der Mitreisenden (wem wohl ?) zu Unmut. Nachdem uns aber die anderen Gästen aufklärten, das es auch in der Tauchbasis direkt ein Basisfrühstück geben würde, haben sich die Gemüter wieder halbwegs beruhigt.

Die Basis selber ist in einem zweigeschossigen Gebäude untergebracht, das direkt im Hafenbereich liegt. Im Erdgeschoss befinden sich Taucherturm, Empfang, Füllstation, Trockenraum, Werkstatt, 12 Duschen und drei Umkleideräume mit großen Schränken (Vorhängeschloss nicht vergessen). Im ersten Stock sind Ausbildungsräume, mehrere Schlafräume, eine Galerie mit Stühlen und Tischen zum Frühstück, sowie der obere Teil des Taucherturms zu finden. In einem Nebengebäude sind weitere fünf Schlafräume im ersten Stock, sowie ein Lagerraum im Erdgeschoss vorhanden. Dort erhielten wir auch unsere Zimmer. Die Ausstattung ist einfach und zweckmäßig, aber sauber. Zu empfehlen ist aber die Mitnahme eines Schlafsacks, Wecker und Handtücher.

Camaret 2001 4 Am Ankunftsabend, ab 19 Uhr, fand in der Galerie der Basis eine Begrüßung der angehenden TL*, ** und *** statt, zu der wir irrtümlicherweise auch spontan mit eingeladen wurden bzw. eigentlich uns selber einluden. Es gab Wein, Käse und Brot, der uns einfachen Taucher auch gut schmeckte. Danach fanden wir endlich die Zeit, unsere Ausrüstung zu verstauen.



Am nächsten Tag ging es dann mit dem vollem Programm so richtig los. Morgens fand um 09 Uhr der Eingewöhnungstauchgang an der Mur de la Fraternite statt. Ein einfacher Tauchplatz gegenüber der Hafeneinfahrt. Tiefe bis ca. 20 m, schlechte Sicht, Laminarien als Bewuchs und wenig Fisch, stimmte uns erst einmal nicht so positiv auf den Atlantik ein. Aber zum Eingewöhnen, Ausrüstungsscheck und Vertauchen reichte es allemal. Die Fahrt mit dem 175-PS-Schlauchboot war dafür klasse. Glatte See und hohes Tempo machten echt Spaß, waren aber nicht immer bandscheibenschonend.

Am Nachmittag ging es dann nach Tacoud Ville. Leider war es ein ähnlich mäßiger Tauchgang wie am Morgen. Aber jetzt waren wir echt eingewöhnt und genossen die tolle Schlauchbootfahrt.

Der Dienstag brachte uns das eigentliche Ziel der Reise. Es ging zum ersten Wrack, der Swansea Vale. Der Frachter, 1918 gesunken, liegt in ca. 30 m Tiefe und hat eine Länge von knapp 90 m. Vom Wrack sind Bug- und Heckteil noch einigermaßen erhalten. Der Mittelteil ist stark zerstört. Dort ist eigentlich nur noch der riesige Kessel und ne Menge verbogener Stahl zu sehen. Zwischen Bug und Kessel sowie Kessel und Heck stehen große Schwärme von Franzosendorschen. Im Wrack finden sich große Taschenkrebse, Hummer, riesige Conger und einiges an Kleingetier. Camaret 2001 5

Wenn man als Fotograf das richtige Objektiv hätte, könnte man sogar viele schöne Fotos davon machen. Aber entweder stimmte das Objektiv nicht oder der falsche Film war drin oder alles war richtig aber es war zu dunkel oder etwas anderes stimmte nicht. Allein für den Nur-Taucher war es ein wunderschöner TG, der leider viel schnell zu Ende ging, wie uns die Computer mahnten.

Zum Nachmittag gab es dann schlechtes Wetter. Die Dünung war zu stark, so dass wir einen geschützteren Tauchplatz anfuhren. Ein Leuchtfeuer in der Bucht vor Brest war unser Ziel, genannt Mengam. Es grenzt die Fahrrinne zum Goulet ab. Auf dem Sandgrund in 20 m gab es leider nicht so viel zu sehen. Aber am Fuße des Leuchtturms gab es zwischen den Felsbrocken reichlich Krebse und Schwärme von kleinsten Fischen, die sich im Strömungsschatten der Felsen aufhielten.

Am dritten Tag fuhren wir dann mit einem der Tauchkutter und den angehenden TLern zum Wrack der Finistere. Dieser alte, ehemalige Tonnenleger sank 1943 nach einem Angriff durch englische Bomber und liegt in ca. 28-30 m. Der Auslegerkran ist noch sehr gut erhalten. Auch der Bug ist gut erkennbar, das Heck weist aber starke Zerstörungen auf. Viele Dorschschwärme umkreisen das Wrack, in ihm leben zahlreichen Hummer, Krebse und Conger.

Camaret 2001 6 Camaret 2001 7 Mein Mittaucher versuchte doch glatt, einen der riesigen Taschenkrebse dadurch zu packen, dass er ihn von hinten am Panzer fasste. Der Krebs erwies sich jedoch gelenkiger als von ihm erwartet, langte mit seinen großen kräftigen Scheren mal eben zwischen seinen Beinen nach hinten durch und kniff ziemlich kräftig durch den Handschuh in seinen Zeigefinger.

Ein heftig die Hand schüttelnder Taucher an dessen Finger ein fetter großer Taschenkrebs locker hin und herbaumelt, ist schon ein ziemlich erheiternder Anblick. Schade, wenn man dann nicht selbst eine Kamera zur Hand hat.

Nachmittags ließen wir den TG dann ausfallen, weil uns angeboten wurde, mit den angehenden TLern ein Nacht-TG zu unternehmen. Dieser fand an der Mur Lieval statt. In 15 bis 10 m befindet sich dort eine fast senkrechte, ca. 100 m lange steile Wand. Danach fällt der Boden langsam auf 20 m ab und endet in Geröll und Sand. Die Wand selber ist toll bewachsen. In den Spalten finden sich Hummer, Krebse und Conger. Im freien Wasser sind wieder Dorsche und Barsche zu finden. Ein schöner großer Juwelenbarsch fand sich direkt unter dem Stein, worum sich die Ankerkette gewickelt hatte. Der TG selbst wurde komplett von den angehenden TLern organisiert. Jeder Blitzer wurde exakt festgelegt, perfekte Gruppeneinteilung, detailliertes Briefing und und und. Aber dann fand der Gruppenführer der zweiten TL-Gruppe die Wand nicht, vielleicht falsche Navigation, dann leichte Hektik, etwas Stress, einige Diskussionen und das alles mit einem Prüfer. Es gab Lack. Gut, das es nur die Vorbereitung war. Später an Bord gab es dann Wein, Käse und Brot, das versöhnte alle wieder.

Am nächsten Tag hieß es dann wieder Wracktauchen. Ziel war das Wrack der Marco Polo II. Dies ist eines von mehreren ehemaligen französischen Schiffen, die im zweiten Weltkrieg von der deutschen Kriegsmarine konfisziert und zu Flakschiffen umgebaut wurden. Diese Schiffe lagen in der Bucht von Brest und wurde im Laufe des Krieges von alliierten Flugzeugen versenkt. Da man nicht mehr genau die Namen feststellen konnte, wurde sie kurzerhand in Marco Polo I bis V umbenannt. Das Wrack liegt in einer Tiefe von 31 m kieloben. Der Rumpf ist bereits stark zerstört. Das Heck, mit abgebrochenem Ruder, die Schraube und ein Teil der Maschine sind noch gut erkennbar. Das Wrack selber bietet Lebensraum für Conger und Co. Der Tauchgang vom Kutter aus war problematisch, da wir starke Dünung hatten. Die TLer mussten auch noch eine Rettungs- und Bergeübung machen. Wir genossen hingegen das schöne Wrack. Am Schluss hatten Uwe und Brigitte noch einen Kraftakt beim Lösen des Ankers vollbringen, der sich unter dem Ruderblatt verkeilt hatte und dessen Kette quer durch die Reste des Rumpfes lief. Aber Uwe erwies sich als alter Ankerlöserfuchs und bekam ihn natürlich aber nach einem höllischen Ritt auf dem Anker los.

Am Nachmittag zwang uns dann die starke Dünung zu einem Dümpeldive im Flachwasser. Am Porz-Naye liegen in 7 m Tiefe die spärlichen Reste eines weiteren Flakschiffes. Es wurde nach Bombentreffern in die Bucht hineingetrieben. Eigentlich sind nur noch einige Trümmer und der Maschinenblock zu finden. Alles ist stark bewachsen und zum Teil liegt es unter Kelpwäldern, so dass ein Teil unserer Gruppe erst einmal daran vorbeigetaucht ist. Das Wrack selber war danach in wenigen Minuten abgetaucht. Wer Glück hatte, sah jedoch zwischen dem Kelp doch glatt einen Heringskönig (Zeus faber).

Der Freitag brachte dann noch mal eine Wetterverschlechterung. Aufgrund der hohen Wellen war ein Ankern am geplanten Wrack unmöglich. Wir fuhren daher quer über die Bucht von Brest (ein gut höllischer Ritt über die Wellen) zum Platz des Wracks Dellec. Hier liegt, einem kleinen Yachthafen vorgelagert, in 12 m Tiefe eine alten Torpedoplattform. Die Seitenwände des rechteckigen Kasten sind noch gut erhalten. Auf der Oberseite ist noch der Rest des Kommandostandes zu finden, sowie drei Torpedorohre zu sehen. Die Deckplanken sind weggefault, so dass man zwischen den Metallstreben ins Innere der Plattform tauchen kann. Man sollte aber zwischen den Streben sehr vorsichtig durchtauchen, da man aufgrund des geringen Abstands der Streben nur an zwei Stellen wieder aus dem Wrack heraus kann. Einige Krebse und Barsche erwarten einen dann im inneren des Wracks. Insgesamt ein entspannender Tauchgang.

Der Nachmittag brachte dann leider auch unseren letzten Tauchgangsversuch. Wacker kämpfte sich das Schlauchboot über mannshohe Wellen. Teilweise hob das ganze Ding komplett ab, so dass der Motor aufheulte, weil die Schraube frei durchdrehen konnte. Erst nachdem die Warnhupe wegen des nachlassenden Öldruck loslegte, ließ es unser Skipper Michelle etwas ruhiger angehen. Am geplanten Tauchplatz, dem Wrack Pen Hir war die Dünung dann 4-5 m hoch. Trotz mehrerer Versuche an verschiedenen Stellen, war das Ankern unmöglich geworden. Das Meer zeigte uns unsere Grenzen auf. Also ging es zurück, halt nur ne Butterfahrt.

Camaret 2001 8 Nach der ganzen Taucherei nutzten wir aber die verbleibenden Nachmittage auch zum Relaxen auf einer recht abschüssigen Wiese an der Steilküste des Pointe de Pen-Hir. Windgeschützt bei Sonnenschein mit Rotwein, Baguette und diversen Käsesorten lies es sich schon aushalten. Auch entdeckte der eine oder andere plötzlich sein Faibel für Möwen und lockte weitere Futterkonkurrenten für unsere Verpflegung an. Nur Kilpi hatte aber leider den Fehler gemacht, am Anfang der Fahrt zu verkünden, dass er während der Woche 5 Kilo abnehmen wollte.

Dieses Ziel, auch Projekt 5 genannt, verfolgte ihn dann die gesamte Woche. Wer Kilpis Appetit kennt, kann einschätzen, wie oft es Gelegenheiten gab, ihn an sein Ziel zu erinnern. Aber im Grunde hatte sich sein Essverhalten in Bezug auf die vertilgten Mengen nicht groß verändert. Was alle anderen außer vielleicht Kilpi vermutet hatten, trat dann auch ein, am Ende der Woche nicht ab-, sondern zugenommen.

Weiter erkundeten wir auch fleißig die Bunkeranlagen zwischen Pointe de Pen-Hir und der malerischen Bucht von Toulinguet. Die Bucht selber liegt unterhalb des sogenannten Chateau Kaputt. Es handelt sich hierbei um ein ehemaliges Herrenhaus, dessen vier Ecken in Türmen enden. Diesem Chateau wurde seine freistehende Lage hoch über der Bucht im 2. Weltkrieg zum Verhängnis. Die alliierten Flieger nutzten das auffällige Gebäude zur Peilung des Kurses nach Brest. Camaret 2001 9

Schließlich verpasste einer von Ihnen dem Chateau eine Bombe und machte eine Ruine daraus. Außer den vier Türmen steht nur noch eine Wand mit großem Fenster und Ausblick über die sanft zur dahinterliegenden Bucht abfallenden Böschung. Bei Sonnenuntergang ein romantisches Erlebnis. Die Bucht selber bietet mit ihrem weiten Sandstrand einen herrlichen Anblick. Auf beiden Seiten wird sie von Steilküste eingerahmt. Auf der einen Seite beginnt die Steilküste zum Pointe de Pen-Hir, auf der anderen Seite erhebt sich der Fels des Pointe du Toulinguet. Sein Ende reicht ein ziemliches Stück ins Meer hinein und hoch oben befindet sich ein Leuchtturm, dahinter Meer. Der Ausblick hat schon was für sich. So schön die Bucht aber aussieht, so tückisch ist sie aber auch. Fließsand erzeugt das Gefühl, auf Pudding zu laufen. Bleibt man stehen, sinken nach kurzer Zeit zuerst die Fersen ein. Im Wasser herrscht zudem ab einer gewissen Entfernung zum Strand eine starke Querströmung, die einen unweigerlich ins offene Meer zieht. Die Einheimischen meiden diesen Strand zum Baden, was auch die relative Ruhe erklärt. Aber zum Seele-baumeln-lassen und Rotweintrinken ist es immer noch ein besonderes Plätzchen.

Als Fazit kann man ziehen:
Der Atlantik ist viel rauer als das Mittelmeer.
Das Wetter kann einem sehr schnell einen Strich durch die Rechnung machen.
Das Tauchen wird dadurch vielleicht ein wenig anspruchsvoller, aber auch interessanter.
Die Basis ist sehr gut organisiert und ausgestattet. Sicherheit ist oberstes Gebot an Bord.
Die Unterkunft ist einfach aber zweckmäßig. Die Vollverpflegung mehr als reichlich.

Also: Camaret ist auf jeden Fall eine Reise wert.

Peter Pleumann

   
© by Tauchsportclub Münster e.V.